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Fenster abdichten: Zugluft und Wärmeverlust stoppen

Zieht es am Fenster, geht Wärme verloren und es wird ungemütlich.


Oft liegt das an alten, harten Dichtungen, die ihre Aufgabe nicht mehr erfüllen. Das Abdichten der Fenster ist dann eine einfache, wirksame Maßnahme, um Zugluft und Wärmeverlust zu stoppen.

Wie Sie undichte Stellen finden, welche Materialien es gibt und worauf Sie je nach Fenstertyp achten sollten, erfahren Sie hier.

Auf dieser Seite zeigen wir, wie Sie Zugluft am Fenster aufspüren und die Fenster mit den passenden Mitteln wieder dicht bekommen.

KURZE ANTWORT

Fenster dichten Sie ab, indem Sie zuerst die undichten Stellen finden und dann die Dichtung erneuern oder ergänzen.


Undichtigkeiten spüren Sie mit einer Kerze oder einem Blatt Papier an der Fuge auf: Flackert die Flamme oder lässt sich das Papier leicht herausziehen, ist die Stelle undicht.

Zum Abdichten dienen Dichtungsbänder, Gummidichtungen oder bei Holzfenstern auch Dichtungskitt.

Bei modernen Fenstern mit umlaufender Dichtung tauscht man die alte, harte Dichtung gegen eine neue aus. Bei alten Holzfenstern sind oft Spezialkenntnisse nötig.

Hilft das Abdichten nicht mehr, hat das Fenster womöglich das Ende seiner Lebensdauer erreicht, und ein Austausch ist sinnvoller.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zuerst undichte Stellen finden (Kerze- oder Papier-Test an der Fuge).
  • Dann die Dichtung erneuern oder ergänzen.
  • Mittel: Dichtungsbänder, Gummidichtungen, bei Holz auch Dichtungskitt.
  • Bei modernen Fenstern: alte, harte Dichtung gegen neue tauschen.
  • Hilft Abdichten nicht mehr, kann ein Austausch sinnvoller sein.

Warum werden Fenster mit der Zeit undicht?

Dass ein Fenster nach Jahren undicht wird, ist normal und liegt meist an den Dichtungen. Sie sind einem natürlichen Alterungsprozess unterworfen.

Dichtungen aus Gummi oder Kunststoff verlieren mit der Zeit ihre Elastizität: Sie werden hart und brüchig und können den Spalt zwischen Flügel und Rahmen nicht mehr zuverlässig ausfüllen. Dann zieht es, und Wärme entweicht.

Bei Holzfenstern kommt hinzu, dass das Holz arbeitet, also je nach Feuchtigkeit quillt und schrumpft, wodurch sich die Fugen verändern. Auch alte, mehrfach überstrichene Fenster können undicht werden. In all diesen Fällen hilft ein gezieltes Abdichten.

Schritt 1: undichte Stellen finden

Bevor Sie abdichten, sollten Sie wissen, wo genau es undicht ist. Mit zwei einfachen Tests finden Sie die Schwachstellen schnell.

Der Kerzen-Test: Fahren Sie an einem windigen Tag bei geschlossenem Fenster mit einer brennenden Kerze oder einem Räucherstäbchen langsam die Fuge zwischen Flügel und Rahmen ab. Flackert die Flamme oder zieht der Rauch zur Seite, ist die Stelle undicht.

Der Papier-Test: Klemmen Sie ein Blatt Papier in die geschlossene Fuge ein. Lässt es sich leicht herausziehen, ist die Dichtung an dieser Stelle zu schwach. So kartieren Sie die undichten Bereiche, bevor Sie zur Tat schreiten.

Schritt 2: das passende Material wählen

Zum Abdichten gibt es verschiedene Materialien, die sich für unterschiedliche Situationen eignen. Die Wahl hängt von Fenstertyp und Spaltbreite ab.

  • Selbstklebende Dichtungsbänder aus Schaumstoff oder Gummi: einfach anzubringen, ideal für kleinere Spalten und schnelle Abhilfe.
  • Profil-Gummidichtungen: dauerhafter und formstabiler, in verschiedenen Profilen für verschiedene Spaltbreiten.
  • Dichtungskitt oder Acrylmasse: vor allem bei alten Holzfenstern, die in den Fensterfalz eingebracht werden.

Achten Sie darauf, die Breite des Dichtungsbandes zur Spaltbreite zu wählen, denn ein zu dickes Band verhindert das Schließen, ein zu dünnes dichtet nicht. Bei modernen Fenstern mit Nut für die Dichtung wählen Sie möglichst denselben Dichtungstyp wie zuvor.

Schritt 3: nach Fenstertyp abdichten

Je nach Fenstertyp unterscheidet sich das Vorgehen ein wenig. Hier die wichtigsten Hinweise für die gängigen Materialien.

Bei modernen Kunststoff- und Holz-Alu-Fenstern sitzt die Dichtung meist in einer Nut und lässt sich relativ einfach herausziehen und durch eine neue gleichen Typs ersetzen. Reinigen Sie die Nut vorher gründlich. Bei reinen Holzfenstern ist die Oberfläche oft lackiert oder mehrfach gestrichen; hier muss loser Lack entfernt und ein passendes Dichtungsmaterial gewählt werden.

Alte Holzfenster erfordern dabei mehr Erfahrung, gerade bei denkmalgeschützten Fenstern. Den besten Zeitpunkt bietet die trockene, warme Jahreszeit, da das Holz dann geschrumpft ist und der Spalt am größten. Mehr zur Pflege von Dichtungen im Ratgeber zu den Fensterdichtungen.

Wann Abdichten nicht mehr reicht

Das Abdichten ist eine wirksame und sparsame Maßnahme, hat aber Grenzen. Es ist gut, diese zu kennen, um nicht vergeblich nachzubessern.

Lassen sich die Dichtungen erneuern und schließt das Fenster danach wieder dicht, ist alles gut. Ist das Fenster aber insgesamt alt, verzogen, das Holz geschädigt oder die Verglasung veraltet, stößt das Abdichten an seine Grenzen, denn es behebt nur die Fugen, nicht die übrigen Schwachstellen.

In solchen Fällen ist ein Austausch gegen ein modernes, gut dämmendes Fenster oft die nachhaltigere Lösung. Wann sich das lohnt, lesen Sie in unseren Ratgebern dazu, wann man Fenster austauschen sollte und zur Fenstermodernisierung.