Fensterkitt oder Silikon?
Bei alten einfach verglasten Holzfenstern hält kein Silikon die Scheibe, sondern Leinölkitt. Der Kitt ist dort nicht Dichtstoff, sondern Bettung: er trägt die Scheibe und schützt gleichzeitig die Holzkante darunter.
Silikon ist deshalb kein Ersatz dafür. Es lässt sich nicht überstreichen, es hält die Feuchtigkeit an der Holzkante fest, und es macht eine spätere Reparatur schwierig, weil die Reste kaum vollständig entfernbar sind.
Ist der Kitt an einem Altbaufenster rissig und bröselig, wird er erneuert und nicht übersiliconiert. Das ist Handarbeit und lohnt sich bei einem erhaltenswerten Fenster. Bei einem Fenster, das ohnehin ersetzt werden soll, lohnt sie sich nicht.
Wenn die Anschlussfuge das Problem ist
Zieht es nicht am Flügel, sondern zwischen Rahmen und Mauerwerk, hilft keine Dichtung und kein Nachstellen. Dann ist die Einbaufuge undicht, und das ist kein Fensterproblem, sondern ein Anschlussproblem.
Erkennen können Sie es daran, dass der Zug aus der Laibung kommt und nicht aus dem Falz, und dass er sich nicht ändert, wenn Sie den Flügel öffnen und wieder schließen. Häufig fühlt sich zusätzlich die Wand direkt neben dem Rahmen kälter an als einen halben Meter daneben.
Repariert wird das von außen nach innen: außen regendicht, in der Mitte gedämmt, innen luftdicht. Eine Fuge, die nur außen zugespritzt wird, verlagert das Problem und kann Feuchtigkeit in der Konstruktion einschließen.
Das ist der Punkt, an dem wir zu einem Fachbetrieb raten. Eine undichte Anschlussfuge ist oft mit einer Wärmebrücke verbunden, und die beurteilt man vor Ort und nicht nach einer Beschreibung.