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Undichte Fenster: Ursache finden und abdichten

Ein undichtes Fenster ist selten ein defektes Fenster. In den meisten Fällen ist die Dichtung hart geworden oder der Anpressdruck des Flügels hat nachgelassen, und beides lässt sich in einer halben Stunde beheben. Suchen Sie zuerst die Stelle, an der es zieht. Die Stelle verrät die Ursache.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Papiertest zeigt in zwei Minuten, ob die Dichtung noch schließt.
  • Zug an einer kurzen Stelle ist die Dichtung, Zug an der ganzen Kante der Flügel.
  • Zug zwischen Rahmen und Mauer ist die Anschlussfuge und nicht das Fenster.
  • Außen gehört neutralvernetzendes Silikon, innen meist überstreichbares Acryl.
  • Silikon härtet etwa ein bis zwei Millimeter pro Tag durch, nicht in Stunden.

Wo zieht es? Erst finden, dann abdichten

Beginnen Sie mit der Handrückenprobe an einem windigen Tag. Der Handrücken ist empfindlicher für Luftbewegung als die Handfläche. Fahren Sie langsam die Falzkante ab, an der Bandseite hoch, über den oberen Rahmen, an der Griffseite hinunter und über die untere Kante.

Der Papiertest ist genauer. Legen Sie ein Blatt Papier auf den Rahmen, schließen Sie das Fenster darauf und ziehen Sie am Blatt. Lässt es sich mühelos herausziehen, dichtet der Flügel an dieser Stelle nicht. Wiederholen Sie das an fünf oder sechs Punkten rundherum und notieren Sie, wo es hält und wo nicht.

Eine Kerze oder ein Räucherstäbchen macht den Luftstrom sichtbar, wenn die beiden anderen Tests nichts Klares ergeben. Halten Sie die Flamme einige Zentimeter vor die Fuge und beobachten Sie den Rauch, nicht die Flamme.

Was Sie dabei finden, ordnet das Problem ein.

Die Dichtung prüfen und selbst tauschen

Fensterdichtungen sind Verschleißteile. Nach etwa zehn bis fünfzehn Jahren verliert das Material seine Rückstellkraft, wird hart und schrumpft an den Ecken. Es dichtet dann nicht mehr, obwohl es noch vollständig im Falz sitzt.

Der Tausch ist einfacher als er aussieht. Die Dichtung steckt in einer Nut und ist nicht verklebt. Ziehen Sie sie an einer Ecke heraus und rollen Sie sie ab. Reinigen Sie die Nut, denn Staub und alte Gummikrümel halten die neue Dichtung davon ab, richtig zu sitzen.

Nehmen Sie ein zehn Zentimeter langes Stück der alten Dichtung mit, wenn Sie Ersatz kaufen. Die Profile sind nicht untereinander austauschbar, und es gibt Dutzende davon. Ein Profil, das fast passt, dichtet nicht.

Beim Einlegen gilt eine Regel, an der die meisten Heimwerker scheitern: ziehen Sie die neue Dichtung nicht straff. Gummi zieht sich nach dem Einbau zusammen. Legen Sie sie eher locker ein, arbeiten Sie in den Ecken etwas Überlänge ein und schneiden Sie erst am Ende ab.

Einmal im Jahr ein Pflegemittel auf Silikonbasis auf die Dichtung, und sie bleibt deutlich länger elastisch. Das ist die günstigste Wartung, die ein Fenster kennt.

Anpressdruck nachstellen

Zieht es entlang der ganzen Griffseite und nicht nur an einer Stelle, ist meistens nicht die Dichtung schuld, sondern der Anpressdruck. Der Flügel wird nicht mehr fest genug an den Rahmen gezogen.

Eingestellt wird das an den Schließzapfen an der Flügelkante. Sie sind exzentrisch geformt, und eine Drehung verändert, wie tief der Zapfen in das Schließstück greift. Bei den meisten Beschlägen brauchen Sie dafür nur einen Inbusschlüssel oder eine Zange.

Arbeiten Sie in kleinen Schritten und prüfen Sie nach jeder Drehung mit dem Papiertest. Zu viel Anpressdruck ist auch keine Lösung: Der Flügel geht schwer zu, und die Dichtung wird schneller platt gedrückt.

Welches Silikon für Fenster?

Die Frage hat zwei Antworten, weil außen und innen unterschiedliche Anforderungen haben.

Außen: neutralvernetzendes Silikon. Es ist witterungs- und UV-beständig und greift die Untergründe nicht an. Acetatvernetzendes Silikon, erkennbar am Essiggeruch, ist günstiger, verträgt sich aber nicht mit allen Materialien und hat an einer Außenfuge am Fenster nichts zu suchen.

Innen: meist Acryl. Der entscheidende Unterschied ist nicht die Haftung, sondern die Farbe. Acryl lässt sich überstreichen, Silikon nicht. Eine Innenfuge, die später mit der Wand mitgestrichen wird, muss deshalb Acryl sein. In Feuchträumen und an Fugen, die arbeiten, bleibt Silikon die richtige Wahl.

Eine Regel, die Profis anwenden und Heimwerker übersehen: eine Dichtfuge soll an zwei Seiten haften, nicht an drei. Deshalb gehört in eine tiefere Fuge zuerst ein Hinterfüllprofil. Haftet die Masse auch am Fugengrund, reißt sie bei der ersten Bewegung ein.

Und verschließen Sie niemals die Entwässerungsöffnungen im unteren Blendrahmen. Das sind die Schlitze, durch die Wasser aus dem Falz nach außen abläuft. Wer sie zusilikoniert, dichtet das Fenster ab und staut das Wasser darin ein.

Wie lange muss Silikon trocknen?

Eine Haut bildet sich in etwa zehn bis zwanzig Minuten, und ab da lässt sich die Fuge nicht mehr glätten. Durchgehärtet ist Silikon dagegen erst nach Tagen: als Faustregel etwa ein bis zwei Millimeter pro Tag.


Eine sechs Millimeter tiefe Fuge braucht also mehrere Tage, bis sie belastbar ist. Bis dahin sollte kein Wasser darauf laufen und niemand daran ziehen. Genau hier entstehen die Fugen, die nach einem Jahr aufreißen.

Fensterkitt oder Silikon?

Bei alten einfach verglasten Holzfenstern hält kein Silikon die Scheibe, sondern Leinölkitt. Der Kitt ist dort nicht Dichtstoff, sondern Bettung: er trägt die Scheibe und schützt gleichzeitig die Holzkante darunter.

Silikon ist deshalb kein Ersatz dafür. Es lässt sich nicht überstreichen, es hält die Feuchtigkeit an der Holzkante fest, und es macht eine spätere Reparatur schwierig, weil die Reste kaum vollständig entfernbar sind.

Ist der Kitt an einem Altbaufenster rissig und bröselig, wird er erneuert und nicht übersiliconiert. Das ist Handarbeit und lohnt sich bei einem erhaltenswerten Fenster. Bei einem Fenster, das ohnehin ersetzt werden soll, lohnt sie sich nicht.


Wenn die Anschlussfuge das Problem ist

Zieht es nicht am Flügel, sondern zwischen Rahmen und Mauerwerk, hilft keine Dichtung und kein Nachstellen. Dann ist die Einbaufuge undicht, und das ist kein Fensterproblem, sondern ein Anschlussproblem.

Erkennen können Sie es daran, dass der Zug aus der Laibung kommt und nicht aus dem Falz, und dass er sich nicht ändert, wenn Sie den Flügel öffnen und wieder schließen. Häufig fühlt sich zusätzlich die Wand direkt neben dem Rahmen kälter an als einen halben Meter daneben.

Repariert wird das von außen nach innen: außen regendicht, in der Mitte gedämmt, innen luftdicht. Eine Fuge, die nur außen zugespritzt wird, verlagert das Problem und kann Feuchtigkeit in der Konstruktion einschließen.

Das ist der Punkt, an dem wir zu einem Fachbetrieb raten. Eine undichte Anschlussfuge ist oft mit einer Wärmebrücke verbunden, und die beurteilt man vor Ort und nicht nach einer Beschreibung.


Wann hilft nur ein neues Fenster?

Abdichten lohnt sich, solange Rahmen und Flügel gesund sind. Vier Befunde sprechen dagegen.

Weiches Holz am unteren Flügelrahmen. Drücken Sie mit dem Fingernagel in die Ecke unten. Gibt das Holz nach, ist es durchfeuchtet, und darunter arbeitet keine Dichtung mehr zuverlässig.

Ein verzogener Flügel. Wenn Sie den Anpressdruck an einer Ecke einstellen und die gegenüberliegende dafür undicht wird, ist der Flügel aus der Ebene. Das lässt sich nachstellen, aber nicht beheben.

Einfachverglasung. Hier ist der Zug meist nicht das größte Problem, sondern die Scheibe selbst. Eine dichte Einfachverglasung bleibt ein kaltes Fenster.

Wiederkehrende Reparaturen. Wenn Sie in drei Jahren dreimal nachgestellt und einmal die Dichtung getauscht haben, arbeiten Sie gegen den Verschleiß eines Fensters an, das seine Lebensdauer erreicht hat.

Unsere Fenster gibt es in PVC, nordischem Kiefernholz und Holz-Aluminium, mit Zweifach- und Dreifachverglasung und nach Maß gefertigt. Die Garantie liegt bei 10 Jahren auf PVC und Holz und bei 12 Jahren auf Holz-Aluminium.

Wer dichtet Fenster ab?

Das hängt davon ab, was undicht ist, und die Zuständigkeiten überschneiden sich weniger, als man denkt.

Die Dichtung tauschen und den Anpressdruck nachstellen können Sie selbst. Das sind die beiden häufigsten Ursachen, und dafür braucht niemand einen Handwerker.

Für Beschläge, verzogene Flügel und Justierarbeiten ist der Fensterbauer oder der Tischler zuständig. Für die Anschlussfuge der Fensterbauer oder ein Bauhandwerker, weil dort die Bauphysik mitspielt. Für die Verglasung der Glaser.