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Festverglasung: wo sie sich lohnt

Festverglasung lohnt sich dort, wo Licht gebraucht wird und nicht gelüftet werden muss: Flur, Treppenhaus, Giebel und als Ergänzung neben einem zu öffnenden Flügel. Bereuen werden Sie sie in Räumen, in denen geschlafen, gekocht oder geduscht wird. Jeder genutzte Raum braucht ein Fenster zum Öffnen.

  • Prüfen Sie Raum für Raum, nicht Fenster für Fenster. Die Frage ist das Lüften.
  • Schlafzimmer, Küche und Bad brauchen immer ein Fenster, das sich öffnen lässt.
  • Flur, Treppenhaus und Giebel vertragen Festverglasung ohne Einschränkung.
  • Ohne Flügel bleibt mehr Glasfläche in derselben Öffnung und weniger Rahmen.
  • Geht die Scheibe kaputt, wird das ganze Element getauscht, nicht nur der Flügel.

In welchen Räumen lohnt sich Festverglasung?

  1. Flur: ja, hier wird nicht gelüftet.
  2. Treppenhaus: ja, besonders bei hohen Flächen.
  3. Giebel und Dachschräge: ja, schwer erreichbar.
  4. Wohnzimmer: nur neben einem zu öffnenden Flügel.
  5. Schlafzimmer: nein, hier muss gelüftet werden.
  6. Küche: nein, Kochfeuchte muss raus.
  7. Bad: nein, aus demselben Grund.
  8. Kinderzimmer: nein, und zusätzlich wegen der Fluchtfrage.

Die Linie verläuft nicht zwischen großen und kleinen Räumen, sondern zwischen Räumen, in denen sich Feuchtigkeit sammelt, und solchen, in denen das nicht passiert. Wo Menschen schlafen, kochen oder duschen, entsteht Feuchte, und die muss wieder hinaus.

Warum ist Lüften die entscheidende Frage?

Festverglaste Fenster haben keinen Flügel. Das Glas sitzt fest im Rahmen, es gibt keine Beschläge und keinen Griff, und das Fenster lässt sich nicht öffnen. Es bringt Licht und sonst nichts, und genau das ist in vielen Räumen völlig ausreichend.

In genutzten Räumen ist es das nicht. Jeder Mensch gibt Feuchtigkeit an die Raumluft ab, beim Schlafen über Stunden hinweg, und Kochen und Duschen tun den Rest. Diese Feuchte muss nach draußen, sonst schlägt sie sich an den kältesten Stellen im Raum nieder.

In älteren Häusern passierte das früher nebenbei, weil die alten Fenster und Fugen von selbst Luft durchließen. Neue Fenster sind dicht, und seitdem muss gelüftet werden, statt dass es von allein geschieht. Wie das geht, steht in unserer Anleitung zum richtigen Lüften.

Deshalb gilt eine einfache Regel, die alles andere überlagert. Jeder Raum, in dem sich Menschen länger aufhalten, braucht mindestens ein Fenster, das sich öffnen lässt. Erst wenn das gesichert ist, ist Festverglasung an den übrigen Stellen eine gute Idee.

Das ist auch der Grund, warum man Festverglasung selten im ganzen Raum findet, sondern fast immer in Kombination. Die Frage lautet nicht, ob Festverglasung oder Flügel, sondern wie viel Festverglasung neben wie vielen Flügeln.

Wo Festverglasung die richtige Wahl ist

Im Flur und im Treppenhaus wird nicht gelüftet, und hier spielt Festverglasung ihre Stärke aus. Ohne Flügel bleibt mehr Glas in derselben Maueröffnung, und gerade ein Treppenhaus wird dadurch spürbar heller, ohne dass jemand je einen Griff anfassen müsste.

Im Giebel und in der Dachschräge kommt ein praktischer Grund dazu: Sie erreichen das Fenster ohnehin nicht. Ein festverglastes Schrägfenster sitzt dort, wo ein öffenbarer Flügel nur Technik wäre, die niemand benutzt.

Dasselbe gilt für hoch sitzende Oberlichter und für schmale Flächen neben einer Tür. Ein Seitenteil neben der Haustür ist fast immer fest, und das ist richtig so.

Und überall, wo der Platz davor fehlt. Ein bodentiefes Fenster hinter einem Sofa oder über einer Heizung kann ohnehin nicht geöffnet werden, ohne dass etwas im Weg steht. Dann ist ein fester Flügel ehrlicher als ein beweglicher, der nie bewegt wird.

Wo Sie Festverglasung bereuen werden

Im Schlafzimmer. Eine Nacht mit geschlossener Tür bringt Feuchte in die Raumluft, und sie muss am Morgen hinaus. Ein Raum, in dem das nicht geht, wird spätestens im Winter zum Problem, und zwar an der kaltesten Stelle der Außenwand.

In der Küche und im Bad aus demselben Grund, nur schneller. Kochen und Duschen erzeugen Feuchte in Mengen, die sich nicht über den Rest der Wohnung verteilen lassen. Diese beiden Räume brauchen nicht nur ein öffenbares Fenster, sie brauchen eins, das sich schnell weit öffnen lässt.

Im Kinderzimmer kommt eine zweite Frage dazu. Ob ein Fenster im Notfall als Ausstieg dienen muss, hängt von der Bausituation ab und wird nicht hier entschieden. Klar ist nur, dass ein Raum, in dem ein Kind schläft, kein reiner Lichtraum sein sollte.

Und ein Nachteil, den kaum jemand vorher bedenkt. Geht die Scheibe kaputt, wird bei einem festverglasten Element in der Regel das ganze Fenster getauscht, während bei einem Flügelfenster nur das Glas im Flügel erneuert wird. Bei einer großen Fläche ist das ein Unterschied, der sich erst Jahre später zeigt und dann unangenehm ist.

Was ist die bessere Lösung als entweder oder?

Die Kombination in einem Element. Eine Festverglasung mit Klappflügel verbindet eine große feste Scheibe mit einem kleineren Flügel, der sich öffnen lässt. Sie bekommen die Glasfläche und behalten die Lüftung.

Das löst genau den Konflikt, um den sich der Rest dieses Artikels dreht. Der feste Teil trägt das Licht, der bewegliche Teil trägt die Luft, und keiner der beiden muss so groß sein wie das ganze Element.

Im Wohnzimmer ist das meist die beste Anordnung: eine breite feste Fläche zur Aussicht und ein schmaler Flügel daneben zum Lüften. Der Flügel darf ruhig klein sein, denn er muss nicht die Aussicht tragen.

Bei nach außen öffnenden Elementen gilt dasselbe Prinzip, nur mit anderer Mechanik. Welche Öffnungsrichtung infrage kommt, hängt am Raum und nicht an der Festverglasung, und das steht in unserer Übersicht über Fenster und Öffnungsrichtung.

Wie planen Sie Festverglasung richtig?

Gehen Sie das Haus raumweise durch und stellen Sie nur eine Frage: Muss hier gelüftet werden? Erst wenn die Antwort nein lautet, kommt Festverglasung infrage. Alles andere, Größe, Material und Form, entscheiden Sie danach.

Zählen Sie die öffenbaren Fenster pro Raum, nicht pro Haus. Ein Haus mit vielen Flügeln kann trotzdem einen Raum haben, der keinen hat, und das fällt im Plan leicht durch.

Und messen Sie aus, bevor Sie konfigurieren. Bei festen Elementen gibt es keinen Flügel, der ein knappes Maß ausgleichen könnte, und Sonderanfertigungen lassen sich nicht nachbessern.